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WORLD WITHOUT MEN / ARCHIVES DE NUIT: HELMUT NEWTON

WORLD WITHOUT MEN / ARCHIVES DE NUIT: HELMUT NEWTON

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(Titelbild: Helmut Newton, French Vogue, Monte Carlo 1980 © Helmut Newton Estate)

Schon lange stand das Museum für Fotografie und die Helmut Newton Foundation auf meiner Berlin-Wunsch-Liste. Dass der Ausstellungstitel ironisch gemeint ist, daran hatte ich keinen Zweifel. Die Ausstellung, die das gleichnamige Fotobuch von 1984 adaptiert, zeigt den wichtigsten Aspekt von Helmut Newtons Arbeit: Die Mode. Paris, Saint-Tropez, Los Angeles, Berlin und London sind die Places to be. Aufnahmen zwischen den 1960er und 1980er Jahren für Häuser wie Yves Saint Laurent oder Hermès.

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Helmut Newton, French Vogue, Dakar 1971 © Helmut Newton Estate

Natürlich findet man sehr gut bebaute Männer etwa an Swimming-Pools, Hotel-Balustraden oder in Salons. Die Männer sind das i- Tüpfelchen in der mondän anmutenden Welt der Frauen. Regelrecht glücklich gemacht hat mich der Umstand, dass die Bildbearbeitung zwischen den 60ern und 80ern in den Kinderschuhen steckte, nicht präsent war. Narben, Fältchen, Äderchen sind zu erkennen, dadurch werden die fotografierten Frauen noch schöner. Das Echte wird nicht versteckt. Ich denke, dass die Zeit kommt, dass die Modefotografie wieder Real Beauty zeigt. Inspirationen außerhalb der Mode präsentiert das „Archives de Nuit“, dass 1992 in Paris Premiere hatte. Schwarz-Weiss-Fotografien aus den späten 1980ern und frühen 1990ern vereinen Porträt, Akt, Landschaft und Stillleben. Wirklich aufschlussreich die Dauerausstellung „Helmut Newton Private Property“.

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Helmut Newton, British Vogue, London 1967 © Helmut Newton Estate

Da ist z. B. Helmut Newtons Arbeitszimmer in Monte Carlo ausgestellt mit einer illustren Barbie-Sammlung im Regal, von der Hawaii- bis zur Rollstuhlbarbie hat man viele Möglichkeiten sich in der Phantasie des Meisters einzudenken, etwa beim Betrachten einer aufblasbaren Plastikpuppe namens Nancy. Pop-Art von Roy Lichtenstein an der Wand oder eine Wasserpistole auf dem Beistelltisch lassen mich vermuten: „Der Helmut Newton hatte bestimmt viel Spaß.“ Videos seiner Frau June Newton, die ihn bei der Arbeit zeigen, eine Sammlung seiner Foto-Ausrüstung, die ich mir fast andächtig anschaue. In der privaten Büchersammlung ein Brief von Leni Riefenstahl, deren künstlerischer Einfluss auf Helmut Newton nicht von der Hand zu weisen ist. Joseph Roth und Stefan Zweig sind auch zu finden.

Toll die mehr als 30 Porträts, im Rahmen der Doppelausstellung, des französischen Künstlers und Schriftstellers Francois-Marie Banier. Der junge Johnny Depp, Samuel Beckett, Louise Bourgeois oder David Lynch, wirklich eindrucksvoll.

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Francois-Marie Banier, David Lynch, Cannes 2001 © Francois-Marie Banier

 

Verlängert bis 13. Oktober 2013 Doppelausstellung „Helmut Newton: World without Men / Archives de Nuit“ und „Francois-Marie Banier: Portraits“

Helmut Newton Stiftung/ Museum für Fotografie, Jebenstraße 2,10623 Berlin-Charlottenburg

www.helmutnewton.com

Öffnungszeiten: Di- So, 10.00- 18.00 Uhr, Do: 10.00- 20.00 Uhr Eintritt: 8€, ermässigt: 4€

 

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