A MOMENT WITH: MARK BEARD AND HIS ENTOURAGE

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Bruce Sargeant_Three Boxers_oil on canvas_copyright Bruce Sargeant_courtesy MILA Kunstgalerie

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EXHIBITION MILA Kunstgalerie vom 17. Mai-29. Juni 2013

Mark Beard ist ein New Yorker Künstler. Seine Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen werden weltweit in Museen wie Metropolitan Museum of Art, Museum of Modern Art (New York) oder Albertina München gesammelt und sind seit sie als ikonographische Highlights die Flagship-Stores von Abercrombie & Fitch in London, Paris & Tokio prägen, einem weiten Publikum auch außerhalb der Kunstszene bekannt.

Mark Beard hat verschiedene Künstleridentitäten, wie Bruce Sargeant, Brechtholdt Streeruwitz oder Peter Coulter. Fiktive Biographien, die an Mark Beard`s geknüpft sind und ihren eigenen Stil und Zeit haben: von der gegenständlichen Malerei in der Manier der „Beaux art“, über den Expressionismus, bis zur Neuen Sachlichkeit oder mit postmodernem Ansatz. Mark Beard nennt sie seine Entourage, seine Gefolgschaft, Familie fast, mit der er sich im Gespräch befindet und mit der er spielerisch die Grenzen der Genres überspringen und Kunstepochen für sich (und uns) neu entdecken kann.

2BIch habe Mark kurz vor seiner Ausstellungseröffnung in der MILA Kunstgalerie in der Linienstraße getroffen. Mark ist sehr offen, freundlich und versprüht im Gespräch einen jungenhaften Charme. Draußen scheint die Sonne, er schwärmt von Berlin, vor allem von dem vielen Grün, das er zu Hause in New York vermisst. Ich wollte wissen, wie er zu dem ersten Künstler seiner Gefolgschaft Bruce Sargeant (1898-1938) gekommen ist, und ob die durchtrainierten jungen Männer, die man auf seinen Bildern vor, bei und nach dem Sport sieht, seinem Schönheitsideal entsprechen. Er erzählt, dass sein Vater und Großvater in den 30er und 40er Jahren Maler waren, dass das gegenständliche Malen eine Hommage an die Beiden ist und ja, natürlich entsprechen die Männer seinem Schönheitsideal, er ist Gay.

Mich erinnern sie an die Skulpturen des deutschen Bildhauers Arno Breker und ich muss Mark in Berlin natürlich die Frage stellen, ob Brekers Werk Einfluss auf seine Arbeit hat. Er lacht und erzählt, dass in der ganzen europäischen und amerikanischen Kunst das Menschenbild der 30er und 40er Jahre ähnlich war und Arno Breker kein Alleinstellungsmerkmal hat. Auch das Sterbedatum von Bruce Sargeant habe keine überzubewertende Bedeutung, sondern ist das Jahr, indem sein Großvater gestorben ist.

Hyppolite-Alexandre Michallon (1849-1930) “Le Basse-Cour”_copyright Hyppolite-Alexandre Michallon_courtesy MILA Kunstgalerie

Hyppolite-Alexandre Michallon (1849-1930) “Le Basse-Cour”_copyright Hyppolite-Alexandre Michallon_courtesy MILA Kunstgalerie.jpg

Ob er einen seiner Künstler favorisiere sei abhängig von dem Moment, antwortet Mark auf meine nächste Frage. Er beginne die Arbeit zwar mit einem Plan, den er aber meist zugunsten der Intuition aufgibt. Die unterschiedlichen Künstler bestimmen ihn sehr stark emotional. Die expressionistische Geste des in Wien beheimateten Brechtholdt Streeruwitz (1890-1973) zum Beispiel mache ihn melancholisch und depressiv und ließe ihn auch mal zum Alkohol greifen.

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Das Ergebnis sind großflächige, dunkle Bilder aus der Geschichte der Habsburger Monarchie. Steht er als Bruce Sargeant vor der Staffelei und porträtiert schöne junge, gut gebaute Männer, ist er happy, was man den idyllischen Männerkörpern huldigenden Bildern auch ansieht. Als Peter Coulter (1948- lebt in New York) kann er sich politisch und abstrakt definieren und seinem Sinn für Humor nachgehen. Seine ironische Antwort auf Andy Warhols „Fifteen minutes of fame“ ist dafür ein wunderbares Beispiel. Seine Entourage, lässt er mich wissen, ist von 1898 bis heute miteinander verbunden, ob als Lehrer, Erzrivale, Freund oder Kollege. Sie repräsentieren über vier Generationen die gesamte Entwicklung der amerikanischen Kunst bis heute, die ihren Ursprung in Paris hat. Neben Wien ist Paris die europäische Stadt, die er am meisten liebt – und wenn seine Arbeit in Berlin getan ist fährt er direkt an die Seine.

Peter Coulter (1948- ) “Wounded Narcissist”_copyright Peter Coulter_courtesy MILA Kunstgalerie

Peter Coulter (1948-) „Wounded Narcissist“ _copyright Peter Coulter_courtesy MILA Kunstgalerie.jpg

Bei meiner letzten Frage, welcher seiner Künstler sich am Besten verkaufe, lacht er wieder: „Bruce Sargeant.“ Vielleicht liegt es daran, dass er beim Malen der Bilder happy ist, vielleicht daran, dass die Mode gerade die 30er und 40er Jahre wiederentdeckt. Ich hätte auch gerne einen Bruce Sargeant. Ich finde die Bilder großartig.

MARK BEARD AND HIS ENTOURAGE

17. Mai- 29. Juni 2013

MILA Kunstgalerie, Linienstraße 154, 10115 Berlin-Mitte

Di-Fr: 12.00-19.00, Sa: 14.00-18.00

www.milakunst.com

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