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A MOMENT WITH: JÜRGEN GRÖZINGER

A MOMENT WITH: JÜRGEN GRÖZINGER

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Von seinem Balkon hat Jürgen Grözinger eine weite Aussicht auf die beiden Türme am Frankfurter Tor. Jürgen Grözinger ist Musiker. Fast könnte man seine Art, sich musikalisch auszudrücken, mit einem Chamäleon vergleichen: Einer, der mit und durch die Musik, viele Seiten lebt, nicht kategorisierbar ist. Ich habe ihn mal live bei einer Theaterinszenierung an den Percussion-Instrumenten gesehen und die Veränderung war beeindruckend. Jürgen Grözinger, sonst eher ein nach außen hin bescheiden wirkender Mensch, hat das Publikum, den Raum, mit seiner körperlichen Präsenz in der Musik gefesselt.

Er versucht mit der Musik Menschen und Ansichten zu verbinden. Die Genres komponierter und improvisierter Musik, Konzertsaalambiente und Club-Feeling miteinander zu vermischen. Sein neustes Projekt ist der Club-Salon „Alchemistic Cabaret“, der am 5. Juni im Chalet seinen Auftakt hat.

Wir machen es uns auf dem Balkon bei einem Tee gemütlich und unterhalten uns über seine Musik, Visionen und Berlin:

Warum bist du von Ulm nach Berlin gekommen?

Für mich ist Berlin ein Ort mit den größten Herausforderungen. Natürlich gab es die auch in meiner süddeutschen Heimat. Aber ich wollte mitbekommen, was andere tun. Austausch ist mir wichtig, Inspiration, heraus zu gehen, neue Gesichter und Konstellationen zu sehen, Architektur. Ich war schon in den 90ern in Berlin. Es war ein Fehler nicht gleich dazubleiben. Die Aufbruchstimmung damals war sehr spannend. Seit 2000 bin ich jetzt hier.

Was macht deine Musik aus?

Da sind viele Facetten: natürlich die klassische Musik. Ich komponiere und improvisiere. Seit meinem Percussion-Studium mach ich eigene Projekte, wie das „Festival zeitgenössischer Musik“ in Ulm. Mir geht es darum Verbindungen zur Pop-Club-Musik zu finden oder andere Sparten wie Literatur, Film, bildende Kunst und Theater miteinander zu verbinden. Wichtig ist mir mein Projekt „European Music Project“. Das ist ein fester Stamm von Musikern vom Streichquartett, Klavier, Percussion, Bläser, Gesang oder Bass-Klarinette. Die musikalische Ausrichtung ist europäisch. Zeitgenössische Musik, klassische Moderne und Clubkultur gehen zusammen. Dazu gehört auch meine DJ-Tätigkeit als Jueri Gagarino in Clubs wie Watergate, Berghain, die Yellow- oder RBB Classic Lounge. Am liebsten verbinde ich die Dinge. Ich schätze offene Formen, anspruchsvolle Unterhaltung mit intellektuellem Anspruch. Ich  mag es, wenn das Publikum nicht passiv ist, wenn Menschen herausgefordert werden.

 Ein Highlight?

In der ausverkauften Philharmonie vor dem Orchester als klassischer Schlagzeuger zu stehen und den Bolero zu spielen.

Was inspiriert dich? Was hat Einfluss auf deine Musik?

Die französische Dichtung, die Dichtung der französischen Surrealisten und die französische Philosophie. Die Klassiker aus dem italienischen & französischen Kino. Viele Sachen.

Wie wichtig ist dir Anerkennung?

Da habe ich nichts dagegen. Kommunikation ist mir wichtig.

Wie ist es denn so, das Leben als Musiker?

Spannend. Ich treffe ständig neue Leute, mit denen ich an verschiedenen Orten, in Clubs, Open Air Locations spielen kann. Ich erlebe das Publikum für unterschiedlichste Dinge. Überschneidungen schätze ich, wie Klassik in Clubs.

Und das Leben als Musiker in Berlin?

Wir haben hier eine Ansammlung von Top-Musikern. Problematisch ist die Gagensituation.

 Was würdest du machen, wenn du nicht Musiker wärst?

Photographie, das mach ich auch schon. Mode interessiert mich, Film oder Philosophie.

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foto © Jürgen Grözinger

Wie ist dein Modestil?

Ich mag Anzüge, Pullover und Hemden. Auf keinen Fall plakativ, eher zeitloses Statement. Also ich trage kein Vorzeige-Design. Dinge die eine Aussage haben, mag ich, eine Mischung aus hochwertig und einfach. Fashion-Trends interessieren mich nicht.

 Lieblings-Outfits?

Ich wollte schon früher immer weiße Hemden anziehen. Meine Mutter wollte mir Karierte kaufen, aber ich habe mich durch gesetzt. Ich wollte weiße Hemden, ohne Schnörkel, ohne Taschen. Das waren immer die Teuersten,

Was ist Stil für dich?

Stil ist wichtig, Authentizität. Es darf nicht angestrengt sein, eher selbstverständlich. Stillosigkeit finde ich schrecklich und Aufgesetztheit uninteressant. Ich mag es nicht, wenn man von oben bis unten durch gestylt ist. Brüche sind mir wichtig, genauso wie in der Musik. Zur Schönheit gehört auch das Gegenteil.

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Wo würdest du am liebsten leben?

Es geht immer um die Umgebung und die Menschen um mich herum. Wo ist nicht so wichtig, sondern wie. Ich liebe die Weite, viel Licht ist wichtig. Das könnte in einer Stadt sein, irgendwo mit einer Terrasse und Blick auf die Berge oder das Meer.

Was sind besondere Momente für dich?

Ein Glas Rotwein zu trinken- in der Abenddämmerung- mit vertrauten Menschen an meiner Seite.

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 www.groezinger-music.de

 ALCHEMISTIC CABARET

Mittwoch, 5. Juni 2013, 20.00

Chalet, Vor dem Schlesischen Tor 3, 10997 Berlin

www.chalet-berlin.de

P.S. Was zum reinhören: Longing Is The Core Of Mystery/ Orient Occident by Jueri Gagarino

http://soundcloud.com/juerigagarino/longingisthecoreofmystery

Dream & Enjoy!

2 Comments on “A MOMENT WITH: JÜRGEN GRÖZINGER

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