MOMENTE AUS KUNST, FOTOGRAFIE, MODE, BERLIN & ANDERSWO

A MOMENT WITH: KATHARINA BEHLING

A MOMENT WITH: KATHARINA BEHLING

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Katharina ist Fotografin, eine Frau, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, einen sehr mädchenhaften Charme hat und ein wunderbar herzliches Lachen. Bei dem schönen Wetter haben wir uns im Monbijou-Park verabredet. Wir sitzen bei einem Kaffee an der Spree- Palmenwedel suggerieren Südsee-Flair- und unterhalten uns über ihre Arbeit, ihre Vorstellungen von Schönheit, die Faszination von Modefotografie, Glücks-Momente im Alltag und was ihr sehr wichtig ist: Identität.

Aufgewachsen ist Katharina in dem kleinen Dorf Dickte bei Berlin. Im Fotolabor ihres Vaters machte sie mit 17 ihre ersten fotografischen Versuche. Bis Katharina wusste, dass sie Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studieren & als freie Fotografin arbeiten möchte, zogen noch ein paar Jahre ins Land: die Mauer fiel und Katharina gehörte zu den bekanntesten Foto-Modellen in Ostberlin.

Heute arbeitet Katharina für Lifestyle & Fashion Magazine, wie Spex, Womens Wear Daily, Fräulein oder Die Zeit, macht Reportagen, Porträts, begeistert sich für freie Projekte und lebt gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Freund, dem Fotografen Fabian Zapatka, in Berlin-Friedrichshain.

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Wie ist der Wunsch entstanden Fotografin zu werden?

Der Anfang war sicher die Dunkelkammer meines Vaters. Nach der der Schule habe ich erst mal Schriftsetzerin gelernt und in einem Verlag gearbeitet. Als ich auf dem Berliner Alexanderplatz angesprochen wurde, ob ich als Model für den VEB Exquisit arbeiten möchte, konnte ich im Verlag aufhören. Meine Eltern waren davon nicht begeistert und ich hatte auch wirklich ein sehr schlechtes Gewissen, meine Arbeit zu kündigen, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Erst mit 24 habe ich angefangen Fotografie zu studieren.

Du hast ja zu den bekanntesten Mädchen in der Ost-Mode-Szene gehört, hat dich das auf deinem Weg in die Fotografie beeinflusst?

Ich hatte das Glück viel für die DDR-Modezeitung Sibylle zu arbeiten. Lustig, schon als Kind wollte ich in die Sibylle. Da habe ich tolle Fotografen kennengelernt wie Ute Mahler oder Sibylle Bergemann. Das war natürlich Inspiration. Nach der Wende habe ich parallel studiert und weiter gemodelt, dadurch kannte ich natürlich viele Mädchen, die ich fotografieren konnte.

Wie ist die Arbeit als Freelancer?

Es ist das Leben, dass ich leben möchte und ich kann mir auch nichts anderes vorstellen. Aber es ist auch sehr anstrengend, der Druck und natürlich sind Existenzängste da. Mein Freund ist auch freischaffender Fotograf. Wir können uns mit Aufträgen ergänzen, inspirieren, Ängste teilen, moralisch unterstützen, gemeinsam über die Arbeit sprechen.

Was machst Du hauptsächlich?

Reportagen, Porträts und Mode.

Was interessiert dich?

Mich interessieren Themen, wie man seine Identität findet, ungewöhnliche Wege geht. Zum Beispiel habe ich eine Arbeit über Mädchen-Boxen gemacht. Ich mag es Ideen umzusetzen, auch wenn ich nicht die Sicherheit eines Auftrages habe. Oft entstehen daraus die besten Arbeiten, weil ich mir Zeit genommen habe. Mit Frauen arbeite ich gerne zusammen, das Einfühlungsvermögen ist da und Verständnis. Na, und Frauen sehen gut aus.

Boxen.01

photo © katharina behling

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photos © katharina behling

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photos © katharina behling

Welche Tendenzen der Modefotografie magst du?

Ich bin ein Fan von Juergen Teller, der die Modefotografie in den 90ern attraktiv gemacht, revolutioniert hat. Natürlich sind andere Fotografen dazu gekommen. Mich begeistern direkte und authentische Bilder, die sind von großer Schönheit.

Du arbeitest gerade an einem Buch…

Ja, seit einem Jahr. Hier geht es wieder um Identität, wie man sie findet, um ritualisierte Formen des Umgangs, die einen prägen, besondere Formen des gesellschaftlichen Umgangs. Themen werden z.B. Frauenboxen oder Tanzschulen sein.

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photos © behling/ zapatka

 Warum ist Identität so ein Thema für Dich?

Ich komme aus einem Land, das es nicht mehr gibt. Alle Künstler beschäftigen sich mit Identität. Als Freischaffender stellt man sich ständig die Frage nach der eigenen Identität. Auch als Frau und gerade durch das Modeln habe ich lange angesagte Formen der Weiblichkeit vorgeführt. Ich will die Dinge auch von einer anderen Seite sehen. Für eine aktuelle Fotoarbeit habe ich mir gerade die Haare abgeschnitten, ich habe den Jungen dargestellt und der Schauspieler Barnaby Metschurat die Frau.

Wie kriegst Du Familienplanung und Arbeit zusammen?

Durch die unregelmäßigen Arbeitsabläufe haben wir feste Rituale, wie z.B. gemeinsam essen, um das Gefühl zu bewahren.

Ist es Dir schwer gefallen als Mutter auf bestimmte Chancen zu verzichten?

Nein, ich war bereit zu verzichten, dass gehört dazu.

Was bedeuten Dir Reisen?

Die sind wichtig für mich. Man kann sich aus dem gewohnten Leben raus nehmen. Mein Traum ist im September zu meinem Geburtstag auf die Halbinsel Krim zu fahren. Es muss aber nicht immer weit weg sein. Ich habe gerade für eine Reportage des Nido Magazins zwei Frauen und ihre kleinen Kinder begleitet, die mit Fahrrädern und Anhängern von Berlin nach Usedom gefahren sind. Das war schön, den ganzen Tag draußen in der Natur unterwegs und auf eine Art unabhängig zu sein, weil man mit so einem einfachen Gerät unterwegs ist und eigentlich nicht viel braucht, um froh zu sein.

Was ist Berlin für Dich?

Heimat und ich liebe Berlin.

Und Schönheit?

Für mich werden Menschen schön, wenn sie lebendig und neugierig sind, begeistern können. Kinder und junge Menschen sind schön, weil sie noch so den Schmelz haben.

Merci Katharina!

www.katharina-behling.de

 

 

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