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BERLIN ART WEEK: PAINTING FOREVER! BUBEDAMEKÖNIG ASS

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(Anselm Reyle, Untitled, 2009)

Die Malerei steht im Mittelpunkt. Wie eine ernst gemeinte Liebesbeschwörung oder gar visionärer Tätowierungswunsch klingt der Titel: Painting Forever!, der Berlinische Galerie, Deutsche Bank KunstHalle, KW Institute for Contemporary Art und Nationalgalerie mit ihren Ausstellungen im Rahmen der Berlin Art Week (17.-22.Sept.) vereint.

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BubeDameKönigAss, dem Royal Flush beim Pokerspiel sehr nahe kommend, der Titel der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, die mit den vier zeitgenössischen Malern Martin Eder, Michael Kunze, Anselm Reyle und Thomas Scheibitz einen Blick auf die Malerei der Gegenwart geben soll. Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, sagt, dass man natürlich auch andere Künstler hätte auswählen können, auch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wäre möglich gewesen, aber bei den vier ausgestellten Künstlern handele es sich um solche, die eine jahrelange polarisierende Rezeption bewirkt hätten. Nicht immer zum Vorteil der Künstler, zum einen vom Publikum & Sammlern anerkannt und auf der anderen Seite von der Kunstkritik „harsch“ besprochen oder „totgeschwiegen“. Die bestimmende Frage bei der Auswahl sei gewesen, wie Künstler wahrgenommen werden und in welchem Missverhältnis ihre Präsenz zum musealen Geschäft stehe. Es wird in den Raum geworfen, dass Kunst subjektiv lesbar sein kann, wenn man ihren Grund erahnen möchte. Was haben die vier Künstler gemeinsam: Sie leben alle in Berlin, kommen aus einer Generation, zwischen 1961 und 1970 geboren, es sind Männer. Thomas Scheibitz hat ostdeutschen Hintergrund.

Ausstellung

Anselm Reyle spielt mit Objekten, Kulissen und Schichten. Ich mochte seine Arbeit im erschlagenden, glänzenden Lila-Überzug (Titel-Foto). Eine Ansammlung des Berliner Bordstein-Szenarios habe ich gefunden, Flaschendeckel- und Reste, Pflastersteine, Ketten- vielleicht vom gekappten Fahrradschloss-, eine Pizza-Schneide. Oder seine Arbeit „Black Earth“, die wie eine schwarze Teermasse, mit Abdrücken von Fahrzeugen mit sehr großem Radprofil und Spiegelsplittern daher kommt.

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Anselm Reyle, Black Earth, 2008

In Anbetracht des endenden Sommers blieb ich begeistert an dem Werk „Frühlingserwachen“  von Martin Eder hängen. Rein subjektiv gesprochen, gehören seine Bilder zu meinen Highlights der Ausstellung. Vier Mädchen rekeln sich vor einem Bett, haben teilweise noch Socken an- nicht mehr und nicht weniger- eine Katze leistet ihnen Gesellschaft.

Frühlingserwachen

Martin Eder, Frühlingserwachen, 2008

Regelrecht gerührt hat mich das Bild „Constant Fear“: Ein Kätzchen vor türkis-kaltem Hintergrund, ich denke es treibt auf einer Eissscholle, wie erstarrt.

Constant Fear

Martin Eder, Constant Fear, 2000

Bei dem Bild „Traum/Dream“  frage ich mich, ob es der Traum von Martin Eder ist oder die abgebildete Frau, mit den in der Taille abgestützten Händen, kurz verharrt, sich besinnt. Ihre Fingernägel sind gepflegt, aber ihre Hände sehen nach Arbeit aus. Ich stelle Martin Eder die „Traum“- Frage und da ist sie wieder, die Relativierung subjektiver Wahrnehmung. Er meint: weder noch. Der Po sei so groß, dass es der Sicht eines Dreijährigen entspräche, so wie ein Junge seine Mutter von hinten sieht. Das Bild hat etwas mit der Verhältnismäßigkeit von Erinnerung zu tun. Nein, dass die Nägel so gepflegt aussähen, wäre nicht beabsichtigt, so sahen die Hände von dem Model aus.

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Martin Eder, Traum/ Dream, 2013

Warum er eine Camouflage-Jacke trage, interessiert mich. Martin Eders Antwort: „Kunst ist Krieg.“, was er aber damit relativiert, dass er ein maritimes Cote Azur Shirt trägt.

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Bei Thomas Scheibitz finde ich die Sehnsucht zum Wasser in abstrakter Form, zwischen Architektur und Natur: die Idylle am Bootssteg, Segelformen, einen Schwan, Objekte und Kulissen, die beruhigend wirken, genauso wie ihre Einbettung in eine Struktur.

Commonplace

Thomas Scheibitz, Commonplace, 2000

Michael Kunze arbeitet mit Unschärfe. Ich denke die ganze Zeit, ich brauche eine Brille oder Zeit, heißt man kann in den Bildern suchen, entdeckt immer neue Details. Manchmal erinnert er in Elementen an die Religionsmalerei, wie in dem Bild „Umnachtfaltung“, wo Sonne, Mond, Ufo-Auge gleichzeitig blinken und ich mich frage: Wer sieht uns, wen sehen wir?

Michael Kunze

Michael Kunze, Umnachtfaltung, 2013

PAINTING FOREVER!

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Martin Eder, Michael Kunze, Anselm Reyle, Thomas Scheibitz

 6. September- 24. November 2013

Di- Mi: 10.00-18.00/ Do: 10-22.00/ Fr- So: 11.00-18.00 (Montag) geschlossen

 Neue Nationalgalerie/ Kulturforum

 Potsdamer Str. 50

 10785 Berlin

http://www.smb.museum/smb/kalender/details.php?objID=40155

www.berlinartweek.de

 

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