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A MOMENT WITH: JANA VON OHEIMB-ROSTA

A MOMENT WITH: JANA VON OHEIMB-ROSTA

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Ich hatte schon lange vor, mich mit Jana von Oheimb-Rosta, einer exzellenten Make-up & Hair Artistin, zu treffen. Es war nicht so einfach eine Verabredung mit ihr zu bekommen, weil sie viel am Arbeiten ist, u.a. für Qvest Magazine, Neon, Berlin & Paris Fashion Week. Sie balanciert den Spagat zwischen Job & Familie geschickt aus. Jana von Oheimb-Rosta hat sehr klar vor Augen, was und wo ihre Prioritäten sind.

Jana von Oheimb-Rosta

Aufgewachsen in Ost-Berlin, hat Jana von Oheimb-Rosta nach der Wende auch als Model gearbeitet und erst nach den wilden Berliner 90ern ihre Berufung als Make-up Artistin gefunden. Sie ist groß, wahnsinnig schlank, trägt gern Jeans, Bikerstiefel und wenig Make-up. Ihre langen schwarzen Haare hat sie meistens zu einem Pferdeschwanz gebunden, was nicht viele Frauen so tragen können, eigentlich nur die, die in ihrer Ausstrahlung irgendwie Mädchen geblieben sind. Jana von Oheimb-Rosta ist ausgeglichen und strahlt eine innere Ruhe aus, die ansteckend ist.

Warum bis Du Make-up Artist geworden?

Seit meiner Kindheit habe ich eine künstlerische Ader. Ich habe viel gezeichnet und eine Ausbildung als Dekorateurin gemacht. Ich wollte kreativ sein. Nach der Wende habe ich gesehen, wie die Branche funktioniert. Ich habe mich da wohlgefühlt. Ich hatte viel mit Make-up Artisten zu tun, da ist der Wunsch entstanden, das selber zu machen. Ich liebe es mit Menschen zusammen zu arbeiten. Der Job ist sehr vielfältig, ständig neue Locations, andere Kunden. Außerdem bin ich nicht der Büro-Mensch.

Du hast ja Deine Ausbildung relativ spät gemacht, war es schwer ins Business reinzukommen?

Wahrscheinlich, aber es hat sich dann doch sehr schnell aufgebaut. Solche Sachen ergeben sich meistens erst in einem gewissen Alter, dass man sich fragt, wo will ich hin, was wäre mein Ding. Das fügt sich dann zusammen wie ein Puzzle. Bei mir ist es aufgegangen und es macht mir immer noch Spaß. Aber klar, selbstständig zu sein, ist auch schwierig. Aber wenn man sich spät für etwas entscheidet, arbeitet man zielgerichteter darauf hin. Man hat nicht mehr so ein Hin und Her.

Was ist Schönheit für Dich?

Die kommt von Innen. Für mich ist weniger mehr, gerade im Beauty-Bereich. Ich mag Charakter-Typen und unterstreiche gern das Natürliche. Ich will das Schöne herausholen.

fashion photo mathias spohn

photo © mathias spohn

 Arbeitest Du lieber mit jüngeren oder älteren Menschen zusammen?

Gerne mit Beidem. Ich liebe den Wechsel zwischen jung und alt. Ich lerne in meinem Job so viele Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Arbeitsbereichen- Models, Schauspieler, Moderatoren, Tänzer, Businessleute, andere Kunden- kennen. Ich arbeite mit allen gern und finde es immer wieder spannend zuzuhören oder natürlich auch Storys zu erzählen.

Wie kriegst Du Familie, Du hast zwei Kinder, und Job unter einen Hut?

Man muss flexibel sein. Ich bin mit meiner Familie, Eltern und mit Freunden sehr gut vernetzt. Das ist ein Organisationsding. Bis jetzt habe ich es sehr gut hinbekommen.

Was machst Du aktuell?

Gerade war ich auf der Paris Fashion Week für Allude. Es macht super viel Spaß in andere Städte zu fahren. Ich mache viel Werbung und bin immer bei der Mercedes Benz Fashion Week  Berlin im Zelt bei allen Shows, die dort laufen, wie Lala Berlin, Kaviar Gauche, Dawid Tomaszewski, Lena Hoschek usw. dabei.

Ein Highlight Deiner Arbeit?

Head of Make up Artist für die Michael Sontag Shows seit den letzten drei Saisons auf der Mercedes Benz Fashion Week.

Chistian Schwarzenberg fashion photo michael sontag

photo © Christian Schwarzenberg für Michael Sontag

Wer gehört zu Deinen Lieblings-Fashion-Fotografen?

Ellen von Unwerth, Paolo Roversi oder Terry Richardson.

Magst Du mehr die Arbeit für Shows oder Foto-Produktionen?

Beides. Der Wechsel ist toll. Aber ich mag es sehr, Make-up für Shows zu machen, wegen den Looks, weil die Teamarbeit schön ist und wegen der Herausforderung. Toll ist auch die Arbeit in kleineren Teams, z.B. bei Foto-Produktionen mit Stylisten, Fotografen etc., eine kreative Einheit zu sein. Gerade in Berlin gibt es soviele begabte Leute in der Branche. Es macht einfach Spass, ein Teil dieses Geschehens zu sein.

Was sind Deine Beauty-Tipps für den Herbst?

Ich bin sehr gern für nude in Verbindung mit frischen Farben, gerade wenn es draußen so grau ist. Ich mag es eher dezent, also eine gute Mischung von nude und Farbe.

Schminkst Du Dich privat?

Ja, ein wenig.

Kann man mit Make-up einen Menschen komplett verändern?

Ja absolut. Man kann aus jedem etwas Großartiges machen, auch bei Omis. Jeder Mensch hat zwei Seiten.

Wie kommst Du mit dem Zeitdruck in dem Job klar?

Sehr gut. Ich habe mittlerweile ein dickes Fell. Ich kann die Leute, den Trubel um mich herum ausblenden. Das lernt man mit der Zeit. Da bin ich ganz lässig und geduldig und lass mich nicht aus der Ruhe bringen.

trevor good

photo © trevor good für lilou in berlin

Wirst Du sentimental, wenn es ans Abschminken geht?

Nein gar nicht.

Du warst ja selber ein sehr gutes Laufsteg-Model, vermisst Du es manchmal?

Nein. Aber es gibt eine tolle Verbindung. Genau aus dem Grund arbeite ich mit den Models sehr gut zusammen. Ich weiß, wie sie sich fühlen. Ich kann darauf eingehen, aber ich muss nicht mehr selber raus. Ich arbeite sehr gerne hinter den Kulissen.

In welcher Stadt würdest Du gerne leben?

Berlin ist immer noch ganz groß. Klar Berlin ist meine Heimatstadt. Ich lass Berlin nicht gerne mit anderen Fashion-Städten vergleichen. Berlin ist eben Berlin. Gott sei dank ist es noch ein bisschen rau geblieben und hat noch etwas von dem Charme, was es ausgemacht hat. Wir können stolz sein, es gibt keinen Vergleich und niemand will hier zur Konkurrenz werden. Berlin braucht sich nicht zu verstecken. Klar es ist jung und muss wachsen, wer will denn schon erwachsen werden. Die Jugend, junge Designer sollten mehr gefördert werden. Amerika ist meine zweite Heimat, weil mein Mann aus den Staaten ist und wir dort eine große Familie haben.

fashion susana holtgrave

photo © suzana holtgrave

Du bist ja Berlinerin, was magst Du an dem neuen Berlin? Vermisst Du was?

Ich mag das offene, internationale, multikulturelle. Das ist schon super. Früher gab es mehr Underground, Anarchie. Gott sei Dank war ich zu dieser Zeit in Berlin und ein Teenager. Perfect timing. Es war spannend zu sehen, wie Osten und Westen zusammen kommen.

Wo warst Du, als die Mauer fiel?

Das ist echt lustig. Ich war ja damals in der Ausbildung zur Dekorateurin. In der Zeit war ich viel auf Demos, in der Gethsemane-Kirche, gegen das System. An dem Tag, als die Mauer fiel, war ich mit einer gleichgesinnten Mitschülerin in der Schule. Denkst du, da war ein Lehrer oder Schüler da? Keiner. Das fand ich kurios. Wenn man sich als einzige in der Klasse gemeldet hatte, um was gegen die DDR zu sagen, wurde man von den Lehrern sofort abgeschmettert. Und dann sind die Lehrer die ersten, die sich ihre Banane von einem Laster abgeholt haben. Wir sind dann auch Heinrich-Heine-Strasse rüber und haben unser Begrüßungsgeld in Vintage Stores ausgegeben, nicht bei Woolworth. Wir waren gleich in den besetzten Häusern im spannenden Kreuzberg unterwegs.

Wobei entspannst Du Dich?

Auch mal einen Kaffee mit Freundinnen trinken gehen. Mit meinen Kids und der Familie raus fahren. Und schön mal als Berlin-Kind, als wild child, auf ein Rock`n Roll Konzert gehen. (Da lacht sie laut.)

Was sind glückliche Momente für Dich?

Ich habe Glück gehabt. Ich habe eine tolle Familie, zwei tolle Kinder, dass ist das größte Glück für mich. Das alle gesund sind. Das ist alles. Das wirkliche Glück ist Familie und Liebe.

Merci Jana

www.makeup-rocks.de

Jana von Oheimb-Rosta vertreten durch:

www.nude-agency.com

 

 

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