MOMENTE AUS KUNST, FOTOGRAFIE, MODE, BERLIN & ANDERSWO

HELMUT NEWTON: PARIS BERLIN & GREG GORMAN: MEN

HELMUT NEWTON: PARIS BERLIN & GREG GORMAN: MEN

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Ein Pariser Blick auf die Arbeit von Helmut Newton, die Stadt in der er in den 60er und 70er Jahren lebte. Als ich die Ausstellung am Morgen besuche, Sonne spiegelt Fensterkreuze, neu gestrichene Wände wirken jungfräulich, ist es ein schönes Gefühl durch die Räume zu laufen. Die retrospektive Ausstellung für das Pariser Grand Palais 2012 ist in Berlin angekommen. Seit gestern sind die mehr als 200 schwarz/ weiß- & Farbphotographien in der Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie zu sehen.

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 Für mich ist es ein neuer Blick, einer der die gängigen Helmut Newton Vorstellungen erweitert und Arbeiten zeigt, die mit Filmzitaten, Beobachtungen, sehr viel Humor spielen. Porträts die Charakterzüge von Menschen zeigen, die sich erst durch vergangene Zeit & deren Mythen erklären lassen, wie z. B. Leni Riefenstahl, deren Augen kaum zu erkennen sind, wie zwei dunkle Höhlen blicken sie ins Objektiv.

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Oder die junge Isabell Huppert, die bis heute ihre mädchenhafte von Sommersprossen übersäte Ausstrahlung behalten hat. Elisabeth Taylor, die egal welcher Altersgruppe oder Ehemann ihr angehörte, das Abbild weiblicher Anziehungskraft ist.  Elisabeth_taylor_helmut_newton_fashion_waitamo

Über Mode-Fotografie sagte Helmut Newton: „I still believe that the perfect fashion photograph is a photograph that does not look like a fashion photograph. It looks like a movie, a media portrait, maybe a paparazzi shot.“ June Newton, die bei der Ausstellungseröffnung dabei ist, erzählt, dass Helmut Newton sie bat, den Paparazzi Fotografen ruhig Bescheid zu geben, wo er sich aufhält, weil er deren Anwesenheit als Bild-Kulisse schätzte.

Ich mochte die Bildästhetik in den Mode-Fotografien, die an Filme erinnern. Mein Lieblingsbild „16th Arrondissement“, Paris 1975 für die französische Vogue, lässt mich an Luis Bunuel Filme denken, die Art und Weise wie Frauen sich ansehen, gegenseitig beobachten, Status & Begehren, Phantasien & Realität, eine Inszenierung der Gegensätze.

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In der Doppel-Ausstellung zeigt der amerikanische Fotograf Greg Gorman in „June`s Room“ die Serie „Men“. Muskulös inszenierte Männer-Akte, die mich in Körpersprache und Perfektion an die Nurejew-Ära erinnern. Viele der Modelle sind Tänzer.

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Greg Gorman erklärt, dass er Körperstudien mag. Ich wollte wissen, warum die Männer fast alle athletisch seien. Er meinte, dass es nicht darum geht, welche Typen man mag, sondern welche Linien und Strukturen. Ob das Gesicht auch eine Rolle spielen würde? Ja das Gesicht sei sehr wichtig, die Basis sozusagen. Anmut und Bewegung seien aber entscheidend. Ob er die Modelle inszeniert habe, interessiert mich. Die Art zu inszenieren sei seiner Meinung davon abhängig, wie viel man vorgäbe. Wenn man zu viel vorgibt, verlieren die Menschen, was sie sein wollen. Aber wenn Greg Gorman etwas besonderes in seinen Modellen sieht, versucht er das herauszuholen. Greg Gorman spricht von Coaching.

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Seit über zwanzig Jahren fotografiert er an dieser Serie, zum Teil mit den gleichen Modellen, die teilweise Muse waren und Freunde wurden und erzählt, dass man in der Jugend nicht weiß, wie jemand altern wird. Als ich von ihm wissen wollte, was Berlin für ihn sei, antwortet Greg Gorman, dass er die Museen mag, die alten Gebäude und die Paris Bar, in der er sich, egal wann er dort vorbeigeht, zuhause fühlt.

HELMUT NEWTON: PARIS BERLIN Exhibition Grand Palais 2012 & GREG GORMAN: MEN

1. November 2013- 18. Mai 2014

Di- So: 10.00- 18.00/ Do: 10.00- 20.00

Helmut Newton Foundation/  Museum für Fotografie

Jebenstrasse 2

10623 Berlin-Charlottenburg

www.helmutnewton.com

      (photos © Hannes Hametner)

 

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