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BERLIN TAPE ART: KLEBEBANDE

BERLIN TAPE ART: KLEBEBANDE

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(Digital World, 2013)

Die Drei von der Klebebande habe ich letzten Freitag beim Fashion Circus im Kaufhaus Jandorf getroffen. Großartig, ihnen dabei zuzusehen, wie sie im entspannten Tempo ihre Tape Art an die Wände brachten. Fast könnte man vom synchronen Arbeiten sprechen. Zu dritt standen sie nebeneinander, zogen die Tapes von den Rollen, Linien, Formen, Neon-Spiel legten sich auf den Untergrund, Räume & Dimensionen entstanden, Musik-Beats gaben der Sache ihren Rhythmus. Zu den Künstlern der Klebebande gehören Bodo Höbing, Bruno Kolberg und Kolja Bultmann. Alle drei sind Berliner, kommen aus Kreuzberg, beschreiben sich selbst als geerdet, sind aber mit ihrer Klebebande irgendwie auch große Jungs geblieben, die das tun, was ihnen Spaß macht: Tapen. Und das machen sie phantastisch, so dass ich dachte: Ach, Kunstsammlerin wäre ich auch sehr gerne.

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Klebebande: Bodo Höbing, Bruno Kolberg, Kolja Bultmann

Mit Bruno Kolberg habe ich mich während einer Tape-Pause unterhalten. Er und Bodo Höbing kennen sich seitdem sie dreizehn sind und haben zehn Jahre Graffiti, Street Art gemacht, obwohl Bruno Kolberg den Begriff Street Art nicht sonderlich mag. Über das Tapen lernten sie Kolja Bultmann kennen, der eher aus der klassischen Malerei kam. Aus dem anfänglichen Kleben an Off-Locations hat sich die Formation Klebebande entwickelt und die Erkenntnis, dass sie mit Liebe dabei sind, es faszinierend finden, welche Installationen aus einem bestimmten Farbspektrum von Neon- oder klassischen Farben wie blau, rot, weiß, schwarz und silber entstehen können.

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Zur Zeit arbeiten sie verstärkt mit Neon-Farben auch gern im Freestyle ohne geplante Entwürfe im Kopf zu haben, wie vor kurzem in einem Amsterdamer Club. Sie lassen sich gern von den Räumlichkeiten inspirieren. Aus dem Spaß ist eine Profession geworden, Tapen hat sich als Kunstform etabliert. Mittlerweile haben die drei Auftragsarbeiten, vor kurzem waren sie in Las Vegas, arbeiten an Interior- & Inneneinrichtungsaufträgen oder wie beim Fashion Circus bei Live-Events. Als ich das Wort Interior höre, stelle ich mir gleich meine leere Salon-Wand vor und frage, wie lange ein Tape- Installation hält. Bruno Kolberg meint ewig, zwar verändert sich die Tape Farbe mit der Sonneneinstrahlung, aber man könne sie auch neu markieren.

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Ihre Installationen sind von einem graphischen, geometrischen Konsens bestimmt, der sich aus dem Material ergibt. Die Klebebande arbeitet aber auch mit Rundungen und hat ab und an Spaß daran, das grafische Repertoire zu verlassen, das sie aus dem „Effeff“ beherrschen. Für Fashion-Events z.B. tapen sie auch mal Vögel mit kapriziösen Federkleidern. Die Klebebande arbeitet immer als Trio, verstehen sich dabei ohne Worte. Sie ergänzen sich als Team. Berlin gibt ihnen viel Inspiration. Für Bruno Kolberg ist Berlin seine Familie, sein Leben eben, wo er viel erlebt hat.

„Digital World“ das Titelbild hat mich sensibel gemacht: Die große Stadt, Perfektion der Straßen, Beleuchtung durch die  Nacht, Abgründe und Schluchten, Adern mit Licht- & Datenwahn, Einsamkeit, oft beobachtend, was andere haben, eine Mutter mit Kind in einem Fenster, fokussiert von Sehnsucht, Gelassenheit oder Erinnerung, die Gegenwart ist.

www.klebebande-berlin.com

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