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LE CINÉMA OLFACTIF: MOOD INDIGO

LE CINÉMA OLFACTIF: MOOD INDIGO

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Wasserlilie, Jazz & Der Schaum der Tage

Film und Parfum als ein Sinnes-Erlebnis, das verspricht die neue Reihe „Le Cinéma Olfactif“, die von Kaya Sorhaindo, dem Gründer des Berliner & Pariser Parfum Label „Folie à Plusieurs“ ins Leben gerufen wurde. Den Auftakt machte am Freitag im Soho-House der Film „Mood Indigo“ (Der Schaum der Tage) von Michel Gondry. Speziell für diesen Film, der in der surrealen Welt der Träume spielt, vom Erwachen aus bunten Illusionen und haltlosem Glück, dem freien Fall aus der Verliebtheit in die Rückkehr der Realität auf den Pariser Boden erzählt, hat der Parfumeur Mark Buxton den Duft „Indigo“ kreiert. Ein Parfum, so Mark Buxton, der inspiriert sei vom Jazz, der Leichtigkeit des Glücks, dem Duft von Wasserlilien und sich dann mit seinen holzigen Basis-Noten wie Sandel- und Zedernholz zu einer bleibenden Erinnerung legt, ähnlich dem Rhythmus der Jazz-Legende Duke Ellington. Ich habe mich vor der Vorführung mit Helder Suffenplan von Scentury, dem Berliner Online-Magazin, dass sich dem Erzählen von Parfum-Stories verschrieben hat und Kooperationspartner von „Le Cinéma Olfactive“ ist, unterhalten.

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Helder Suffenplan von SCENTURY

Helder erzählt, dass zuerst der Film „Mood Indigo“ dagewesen sei und dann die Frage, welcher Parfumeur dazu passen könnte. Mark Buxton, der sich persönlich sehr für Jazz interessiere, habe sofort zugesagt. Helder geht davon aus, dass Film und Parfum viele Gemeinsamkeiten habe, beides Medien seien, die mit der Zeit spielen würden, in dem Moment, wenn der Filmprojektor läuft und der Duft auf der Haut liegt. Film würde die Geschichte von bestimmten Charakteren erzählen, genauso wie ein Parfum sich von der Kopf- zur Herznote entwickelt. Die Kombination vom Film „Mood Indigo“ und dem Duft „Indigo“ würde perfekt passen, weil der Film die Verliebtheit von Chloé und Colin erzählt und dann in das dunkle, schwere und auch traurige Ende weiterzieht.

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Der Schaum der Tage,Colin (Romain Duris) und Chloé (Audrey Tautou) © StudioCanal

Genauso entwickle sich auch der Duft, der anfänglich getragen von der leichten Note der Lilien zum holzigen, schweren Dry Down kommt. Die Kamille als verbindendes Duft-Element hätte beides in sich, die Helligkeit und die Schwere. Ich wollte von Helder wissen, ob man sich bei der finalen schweren Nuance aufgefordert fühlen könnte, den Duft nachzulegen. Helder lacht und sagt, dass der Duft „Indigo“ natürlich kein trauriger Duft sei, vielmehr ein Duft, der für sich steht, auch unabhängig vom Film. Düfte hätten ja sehr oft einen eher dunklen Dry Down. Ganz einfach weil es die Bestandteile sind, die länger anhalten. In dem Film „Mood Indigo“ ginge es um die Welt der Träume, auch um Alpträume, er verlässt die Welt des Realen, Gegenstände bekommen ein Eigenleben. Ein Parfum hätte auch zwei Parallelwelten, die der eigenen individuellen Erinnerungen und natürlich die der Vorstellungen des Parfumeurs, der mit seinem Duft gezielt Momente beschreiben möchte, mal fröhlich, mal romantisch oder herb. Dem könne man sich schwer entziehen, erzählt Helder. Erinnerung und Geruchssinn lägen auch neurologisch eng beieinander. Düfte seien starke Auslöser für oft zufällige Erinnerungen. Das könne der Duft eines vertrauten Menschen sein aber auch banalere Gerüche, wie ein Waschmittel oder ein Haarspray und plötzlich, wenn man sie wahrnimmt, kommt die bestimmte Lebenssituation wieder greifbar zu Tage.

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Auf die Frage, ob das in den Kinosaal eingesprühte Parfum das Filmerlebnis verändern würde, meint Helder, dass zum einen der Duft selbst eine unmittelbare Wirkung habe, die eventuell ausgelösten Erinnerungen aber bei jedem individuell sein könnten. Es gehe ja nicht darum, einen Zitronenduft zu sprühen, wenn im Film eine Zitrusfrucht aufgeschnitten wird, also zu doppeln, was man ohnehin auf der Leinwand sieht, sondern darum, die künstlerische Idee des Films zu verstärken. So habe Mark Buxton zum Beispiel extra für den Wes Anderson Film „Grand Budapest Hotel“ das Parfum „Eau de Panache“ entwickelt, dass mit seinen Noten den Concierge Gustav H, gespielt von Ralph Fiennes, charakterisiert. Der Duft „Indigo“ sei ein Parfum für Frauen und Männer gleichermaßen. Mark Buxton, der u.a. für Comme des Garçons  Düfte kreiert hat, würde Parfum kaum nach feminin oder maskulin definieren, ein Trend, der sich gerade im Avantgarde-Bereich der Duft-Welt mehr und mehr durchsetzt.

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Es war ein tolles Film- & Dufterlebnis. Heute Morgen lag noch der Duft von Sandelholz und Amber auf meiner Haut, ließ mich an Colin und Chloé denken, dass ich ihre rosa Traumwelt phantastisch fand und es liegt in der Natur des Menschen, dass ich mich lieber an die Süße des Anfangs erinnern möchte und mir einen Spritzer von „Indigo“ neu auf die Haut lege.

Merci an Helder Suffenplan von SCENTURY

www.scentury.com

INDIGO BY MARK BUXTON

erhältlich bei:

Breathe Cosmetics

Rosa-Luxemburg-Str. 28

 10178 Berlin-Mitte

 www.breathe-cosmetics.com

und im online-shop von:

www.folie-a-plusieurs.com

 

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