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RAISSA VENABLES: CLEARING SPACE

RAISSA VENABLES: CLEARING SPACE

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Die New Yorker Fotografin Raissa Venables wollte sich der Natur wieder mehr verbunden fühlen. In den Großstädten, vor allem in New Yorker Straßen, sieht sie viele Menschen, die ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen, beim Laufen durch die Straßenschluchten ihre Handys und Social Media Kontakte checken. Gestern Abend wurde die Raissa Venables Ausstellung „Clearing Space“ in der Galerie Wagner + Partner eröffnet. Raissa Venables setzt Nahaufnahmen aus der Natur, oft zu unterschiedlichen Zeiten fotografiert, zusammen. Sie schneidet und löscht Nebensächlichkeiten heraus, umhüllt Bäume oder begrünte Stadtterrassen mit weißen Flächen.

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Raissa Venables

Wenn man vor ihren Arbeiten steht, kann man die eigene körperliche Orientierung verlieren. Es scheint keinen sicheren Boden und vertikale Ausrichtung zu geben. Ich denke, gleich fallen die Tomaten vom Tisch und bekomme eine Vorstellung davon, wie sich der Vertigo-Zustand anfühlen kann.

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Auf der anderen Seite bin ich beim Betrachten der filigranen Palmen-Wedel der Arbeit „Bamboo Room“ (Titel) extrem tiefenentspannt. Raissa Venables erzählt, dass das Thema „Weiß“ zwei Bedeutungen habe, positiv und negativ auch im Sinne der Fotografie seien. Sie könne dadurch Objekte, die ihr wichtig seien, bewegen und fokussieren. Fragen würden entstehen, wie: „Gehört das Weiß zum Objekt oder ist es dessen Leere?“ Ich fühle mich bei einigen ihrer Arbeiten an „Alice im Wunderland“ erinnert: Keine Ahnung, was hinter den verschiedenen Waldwegen, die in der Luft hängen, auf einen warten kann.

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Auf meine Frage, was denn Unsicherheit und Neugierde für sie bedeuten würden, hat Raissa Venables eine einfache Antwort: „Das ist das Leben.“ Sie mag Verwirrung und neue Fragen. Entscheidend dabei seien die notwendige Balance und Harmonie. Fotografie gebe normalerweise Informationen weiter. Sie findet es interessant, Informationen wegzulassen, das Material in eine andere Welt zu transferieren und unterbricht damit auch die Natur. Die Präsenz von weißen Umrandungen, teilweise ist man nicht sicher, ist es Schnee oder das Nichts, lässt mich fragen, ob sie denn Kälte und Schnee mag. Den Winter liebe sie und ist extra von New York nach Vermont, nahe der kanadischen Grenze, gezogen. Raissa Venables mag den Wechsel der Jahreszeiten. Sie könnte sich aber auch vorstellen in New Mexico zu leben, das Licht wäre dort unglaublich.

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Genauso wie in der Architektur gäbe es in der Natur Räume, Orte, die offen sind oder einen einschließen könnten. Raissa Venables findet es wichtig, ab und an unnötige Gedanken aus dem Kopf zu lassen, u.a. schreibt sie für sich selbst, um wieder offener, „cleaner“ zu werden. Sie meint, dass wir auch beim täglichen Konsumieren permanent Dinge nach Hause bringen würden, die unsere Wohnung voller machten. Sich ab und an davon zu lösen, wäre gut.

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GALERIE WAGNER + PARTNER

9. Mai 2014 – 21. Juni 2014/ Di- Sa: 13.00- 18.00 & nach Vereinbarung

Strausberger Platz 8

10243 Berlin-Friedrichshain

www.galerie-wagner-partner.com

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