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SONIA SZÓSTAK: “LONGBOARDS, TATTOOS AND A JOURNEY TO MARS“ IM „NO WÓDKA“

SONIA SZÓSTAK: “LONGBOARDS, TATTOOS AND A JOURNEY TO MARS“ IM „NO WÓDKA“

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(ausschnitt aus „life on mars“, 2011 © sonia szóstak)

Die junge polnische Fotografin Sonia Szóstak hat eine Bildsprache, die faszinierend und filmisch ist, neben perfekten Inszenierungen, wie zufällig beobachtet, fast dokumentarisch wirkt. Ab Samstag, ist ihre Einzelausstellung „Longboards, tattoos and a journey to Mars“ im „No Wódka“ zu sehen. Ich hatte heute Nachmittag schon die Möglichkeit, Sonia Szóstak im „No Wódka“, dem Concept Store, der sich der zeitgenössischen polnischen Design- & Kunstszene verschrieben hat, zu treffen. Ich bin fasziniert von ihrer herzlichen Offenheit und gleichzeitigen fast mädchenhaften Aufgeregtheit, obwohl sie bereits für internationale Magazine wie Vogue, Ozon oder Blink arbeitet.

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sonia szóstak im „no wódka“ © tanja nedwig

Die Art von Sonia Szóstak zu fotografieren ist unkonventionell, ein neuer Blick der Jugend, außerhalb gewohnter Sichtweisen. Ich glaube außerdem, dass die Besonderheit ihrer Arbeiten zum Teil darin liegt, wie sie Frauen fotografiert, die teilweise nackt aber völlig entspannt wirken. Es ist der Blick einer Freundin. So verwundert es nicht, als sie erzählt, dass sie ihre Diplomarbeit zu dem Thema: „Wie Frauen Frauen fotografieren“ schreiben wird. Sie denke da nur an Annie Leibovitz und Susan Sontag.

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longboard girl II, 2012 © sonia szóstak, courtesy sonia szóstak + no wódka

Ich persönlich sehe die Fotos von Sonia Szóstak, wie durch einen Schleier, durch den man in ein Land der Träume gehen könnte und werde dabei an die Filme von David Lynch erinnert. Ich frage Sonia Szóstak, ob sie eine Träumerin ist. „Natürlich.“, sagt sie, ist sie immer auf der Suche nach dem besonderen Moment und lässt sich dabei sehr von der Malerei und Film inspirieren. Sie meint, dass der filmische Ausdruck ihrer Arbeiten vielleicht auch daher kommt, dass sie an der Filmhochschule studiert hat. „Beim Filmen denkt man anders, als beim Fotografieren“ und sagt weiter, dass es beim Filmen mehr um Gefühle gehen würde.

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silent, 2011 © sonia szóstak, courtesy sonia szóstak + no wódka

Sonia Szóstak erzählt, dass die Models am Set oft Instruktionen von ihr erwarten würden, sie aber eigentlich will, dass sie sie selbst seien. Darum fotografiert sie gern Leute, die sie kennt. So sind auf ihren Arbeiten ab und an die gleichen Gesichter in verschiedenen Sujets zu sehen. Sonia Szóstak ist inspiriert davon, länger mit den gleichen Menschen zusammenzuarbeiten, eine Art Dokumentation würde dabei entstehen, weil man nicht mehr über die Arbeit nachdenken würde. So sind es oft Freunde, die sie fotografiert und Leute, die sie spontan auf der Straße anspricht. Aus dieser Herangehensweise sind viele ihrer Serien entstanden.

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paulina II © sonia szóstak, courtesy sonia szóstak + no wódka

Die Arbeit für Magazine findet sie oft zu künstlich. Model-Posing mag sie nicht. Auf meine Frage, ob das Mädchen von der unglaublichen Serie „Life on Mars“ (Mit Fingerzeig auf David Bowie) auch eine Freundin von ihr wäre, lacht Sonia Szóstak. „Nein, das ist Maja Salamon und jetzt ein Supermodel. Aber damals vor vier Jahren als das Foto entstand, war sie noch ein ganz neues Gesicht.“

Der ursprüngliche Traum von Sonia Szóstak war es, Kunst zu studieren. Ihre Liebe zur Malerei setzt sie nun in der Fotografie mit klassischen Porträts wie „Homage to Vermeer“ um. Ein Bild, bei dem man, wenn man davor steht, eine unglaubliche Tiefen-Reise in die Farbe des Violett machen kann.

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homage to vermeer, 2012 © sonia szóstak, courtesy sonia szóstak + no wódka

Ich wollte wissen, warum sie Menschen in der Natur so gern nackt fotografiert. Sie erzählt, dass sie mit verrückten Freunden studiert hat. Als ihnen einmal total langweilig war, rannten sie ebend nackt durch die Gegend, in den Wald. Sonia Szóstak findet dieses junge Gefühl toll. Deswegen gibt es auch eine Arbeit auf der sie selbst auf einem Waldweg liegt. Sie schwärmt von dem Gefühl, über die Wiese zu rennen, herum zuspringen, es sei schön und romantisch und erinnere sie an Antonionis Film „Zabriskie point“, wo sich alle im Sand der Berge küssen.

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untitled II, 2011 © sonia szóstak, courtesy sonia szóstak + no wódka

Die Stettinerin Sonia Szóstak ist erst vor einer Woche in Berlin angekommen und hat vor, hier eine Weile zu bleiben, obwohl ihre Agentur in Mailand sitzt. Aber irgendwann sagt sie, träumt sie davon, ganz in Italien zu leben. Für ihre Zeit in Berlin hat sie schon eine Menge Ideen für neue Arbeiten. Sie schaut auch hier auf den Straßen nach Leuten und erzählt, dass sie gerade für das Rolling Stone Magazin eine Dokumentation fotografiert hat. Sonia Szóstak lacht, als sie erzählt, wie sie als Polin an der Warschauer Brücke stand und viele Leute angesprochen und kennengelernt hat, dabei zu tollen Partys eingeladen wurde und spannende Orte gesehen hat, wie und wo man leben kann: „Thank you Berlin“, lacht sie wieder.

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SONIA SZÓSTAK: LONGBOARDS, TATTOOS AND A JOURNEY TO MARS
ERÖFFNUNG: SAMSTAG, 11.OKTOBER 2014, 19.00

Ausstellung bis 29. NOVEMBER 2014
NO WÓDKA Concept Store
Mo- Sa: 11.00- 19.00
Pappelallee 10
10437 Berlin-Prenzlauer Berg

www.nowodka.com

www.soniaszostak.com

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