MOMENTE AUS KUNST, FOTOGRAFIE, MODE, BERLIN & ANDERSWO

NICE MOMENTS: WAIT A MO 2014

NICE MOMENTS: WAIT A MO 2014

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Nach dem chinesischen Kalender war 2014 das Jahr des Pferdes. Ein unruhiges Jahr, getrieben von der Lust Neues zu entdecken, Abenteuer zu erleben, gewohnte Wege zu verlassen, Bekanntes und Bewährtes zu überdenken, manchmal störrisch zu bocken, voll der Lust, sich frei zu fühlen, den Eindruck zu haben, Entscheidungen selber treffen zu können und infantilen Zorn zu spüren, wenn man bemerkte, einem Trugschluss aufgesessen zu sein. War es genauer beschrieben, ein Jahr des Wildpferdes? Einem, welches sich nicht gern ein Zaumzeug umlegen lässt? Vielleicht kommt es jetzt an den letzten Dezember-Tagen zur Ruhe und sieht ein, dass man nicht 365 Tage im Jahr wild galoppieren kann, von der inneren Unruhe getrieben, vielleicht etwas zu verpassen und getroffene Entscheidungen, nicht mehr rückgängig machen zu können.

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Vielleicht kann man es auch einfach als Vorzug bezeichnen, im Zuge der Geschwindigkeit, Dinge nicht genau durchdacht zu haben, Neues wartete darauf entdeckt zu werden. Nur manchmal in der Nacht, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen sollten, rannten sie weiter, bäumten sich auf, wollten Stillstand nicht aktzeptieren. Kurz, es war ein turbulentes und spannendes Jahr, für mich eines, wo ich mit finalem Ausatmen auch sagen kann, froh zu sein, dass es zu Ende geht. Ich sehe wieder klarer, praktisch zum Januar 2015 einen Kurs vor Augen zu haben und noch einmal eine kleine WAIT A MO Reise durch 2014 zu machen und auf die Beiträge zu schauen, die von Euch am meisten gelesen wurden und für mich sehr inspirierend waren.

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KUNST: Fotografie interessiert mich, die Brücke zwischen dem fotografischen Blick zur Mitte des letzten Jahrhunderts, geprägt von den Veränderungen großer Auseinandersetzungen, die sich in individuellen Künstler-Biographien wiederspiegeln, bishin zur heutigen Fotografie, der Gradwanderung der Künstler zwischen kommerziellen Aufträgen, ihrer Handschrift und digitaler Konkurrenz.
Zu den Highlights gehörten für mich die Ausstellung: WOLS. PHOTOGRAPH im Martin-Gropius-Bau, die sensibel künstlerisches Talent und jugendlichen Tatendrang nachzeichnet, genauso wie den Verlust der Reputation durch den zweiten Weltkrieg in der französischen Wahlheimat Paris, dem Wechsel des Metiers zur Malerei, nicht etwa weil sie zum Alter passte, sondern das Geld für eine neue Kamera fehlte.

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wols, selbstporträt & helene margarites

Im Vergleich dazu Fotografie heute. Die beeindruckende Fähigkeit biographische Erinnerung festzuhalten, wie es der schwedische Fotograf JH ENGSTRÖM mit der Ausstellung FROM BACK HOME in der Grundemark Nilsson Gallery gezeigt hat. Das Interview mit JH Engström gehört für mich mit zu den interessantesten, die ich 2014 gemacht habe. Selten habe ich einen Künstler erlebt, der sich für das Beantworten der Fragen soviel Zeit genommen hat und mir dadurch erlaubte, ihn auf dem Weg, die Antworten zu suchen, zu begleiten.

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jh engström & from back home, jh engström ©SWEDISH PHOTOGRAPHY

Großartig die Abschluss-Ausstellung der Ostkreuzschule im Rahmen des Monats der Fotografie #ACHTENS mit den Handschriften der Professoren wie Ute Mahler im Vergleich zu der jungen polnischen Fotografin SONJA SZÓSTAK mit filmisch inspirierter Bildsprache.

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sonia szóstak & ausschnitt aus “life on mars”, 2011 © sonia szóstak

Ganz anders die schrill provozierende Buch-Präsentation BERLIN BHOÈME des Autodidakten Oliver Rath mit der wiederkehrenden Erkentnis, dass es mindestens zwei Universen gibt, für die die tagsüber unterwegs sind und die Schwärmer der Nachtwelt.

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berlin bohème © oliver rath

Bei meinen Theaterbesuchen brachte mich das Stück NEVER FOREVER von Falk Richter an der Schaubühne kurz ins Straucheln. Vielleicht weil das Thema: digitale Vernetzung und dem öffentlich Machen gewünschter Seelenzustände, einhergehend mit dem Verlust echter Berührungen oder Treffen, aktuell ist. Zu den weiteren Highlights und von Euch gern gelesenen Beiträgen gehörten außerdem REMBRANDT BUGATTI in der Alten Nationalgalerie. Eine Geschichte über den Mythos eines Namens, der Liebe zu den Tieren, zweier Brüder und genialer Bildhauerkunst im verkannten Schatten einer Luxusmarke.

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rembrandt bugatti in der alten nationalgalerie

FASHION:
Bei der INTERNATIONAL ESMOD FASHION SHOW im Oktober zeigten zehn Designer, wie z.B. MARINA HOERMANSEDER oder das Label Augustin Teboul, die an den Dependancen der ESMOD ihren Abschluss gemacht haben, eine Reise durch die Welt der Mode von opulentem fernöstlichen Luxus (Rami Kadi) bis hin zum nordischen Streetwear-Chic (Black Rat) und gaben den Eindruck, dass Berlin eine großartige Stadt der Mode & diffizielen Stils sein könnte.

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Bei der Fashion Week im Juli war ich begeistert von den Nizza-Kleidern des Berliner Labels PERRET SCHAAD und den filigranen Elfenkleidern der FRIDA WEYER.

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perret schaad & frida weyer ss2015

Zu den meist gelesensten Fashion-Beiträgen gehören außerdem der über  DAWID TOMASZEWSKI und seiner Mode für himmelsgleiche Wesen, der Beitrag über die Winter-Kollektion der Berliner Meisterin der Avantagarde ESTHER PERBANDT oder den Newcomer SIMON RUDOLF RICHTER.

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simon rudolf richter, esther perbandt, dawid tomaszewski aw14/15

LIFESTYLE: Einer besonderen Art des entspannten Schreibens, ähneln die Betrachtungen zu den auf erstem Blick unwichtiger erscheinender Themen, die es dann aber doch ganz schön in sich haben, wie zum Beispiel VON KLEINEN UND GROSSEN ABHÄNGIGKEITEN. Im Endeffekt sind es an den normalen Tagen minimale Auslöser, die einen zum Lachen oder Nachdenken bringen. Ich mag es sehr, diese Art von Texte zu schreiben, wie SWEET LITTLE LIES oder DAS GUTE ALTE HAUSTELFON und Ihr lest sie sehr gerne, was mich glücklich macht.

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Besonders mochtet Ihr 2014 FAMILIENALBEN & MEMORIES und ich habe dieses Weihnachten auch endlich meinen Kindern, die versprochenen Alben gemacht. Zu den genussvollen Highlights des vergangenen Sommers in Sachen Leben wie Gott in Frankreich gehörte das DÎNER EN BLANC & PIQUE-NIQUE TRÈS CHIC vor dem Reichstag.

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BERLIN, BERLIN immer wieder diese große Stadt, bekannt unter dem Gefühlszustand Haßliebe, nicht ohne und manchmal nicht mit ihr könnend, ständig in Veränderung sein und den neuen Zwanzigern verdächtig näher kommend. Überraschen können zufällige Besuche an schönen Orten wie im SAVOY HOTEL oder ein Aufenthalt im THE BIG NOTHING, einer Zeitreise mit Rosinenbombern. Und natürlich macht die Stadt ihre phantastischen Menschen aus, die täglich aufs Neue ankommen oder sich an ein Weggehen nicht erinnern können. Besonders symphatisch & bezaubernd zum Beispiel die Vintage Perlen Designerin CAMILLA MATHEIS.

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Was wäre Berlin ohnen den Vergleich zu anderen Städten und je nach Meereslage und Sonnenstand, dem Wunsch wieder nach Hause zu fahren. MOMENTS IN, die Kategorie, die ich am Liebsten aus den Nähten platzen lassen würde, mit kleinen Reiseberichten aus Kopenhagen PALMENHAUS & EISPALAST oder von einem schönen Tag am Meer in KLAMPENBORG mit dem Ostseewind und der kleinen Meerjungfrau im Sinn.

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Zuvor die Reise auf der SUCHE NACH DEM PERFEKTEN BLAU in Nizza. In NÄCHTEN & LATERNENKUGELN auf den Spuren des Esprits vergangener Spielcasino-Eskapaden, russischem Wohlstand und französischer Leichtigkeit, während die Flugzeuge über der Bucht am Ende der PROMENADE DE ANGLAIS landen, mit Koffern voller Träume und Sommerwünschen.

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MOMENTS WITH sind Erlebnisse für mich, weil sie erlauben, jemanden den man vorher nicht wirklich persönlich kannte, Fragen zu stellen, die man sonst nicht einfach so stellen würde. Zeit ist dabei, bei den Treffen und danach, wenn ich mir die Notizen anschaue. CAI WAGNER zum Beispiel hat erzählt, wie man als junger Künstler in Berlin eine Galerie finden kann, FIONA BENNETT von ihren Erinnerungen aus den wilden Berliner 90ern oder LILY BERGNER & ELISABETH SCHMIDT von der Vision zweier junger Berlinerinnen Bestonschmuck zu designen.

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Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Hannes Hametner, der viele der schönen Fotos für WAIT A MO macht. Und vor Allem möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr WAIT A MO lest. Ich freue mich jeden Tag darüber, wie die Seite wächst. Ich wünsche Euch einen schönen Start ins neue Jahr, Gelassenheit, Kraft, die Dinge anzugehen, die Euch am Herzen liegen und genügend Zeit die Schönheit des Alltags zu genießen, merci, einen guten Rutsch & bis zum neuen Jahr,  viele liebe Grüße Tanja

2 Comments on “NICE MOMENTS: WAIT A MO 2014

  • Danke vielmals für alles – deine vielseitigen Anregungen und wie liebevoll du über die Begegnungen mit den Künstlern schreibst, die schönen Fotos, das Private…

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