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A MOMENT IN WIESBADEN: KURZES TREFFEN MIT ALEXSEJ IWANOWITSCH

A MOMENT IN WIESBADEN: KURZES TREFFEN MIT ALEXSEJ IWANOWITSCH

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Ich war das erste mal in Wiesbaden. Als ich in der Nacht am Bahnhof ankam und Taxifahrer sich weigerten mich auf einen Kilometer mitzunehmen, weil sie eine Stunde auf den Platz mit Sicht ohne Rücklichter gewartet hatte, ahnte ich auf dem Weg durch die Nacht, dass es eine besondere Stadt ist. Säulen und Fenster groß genug für Schatten von Elefantenkarawanen mit im Nachtwind raschelnden Palmen- & Schilfgewächs. Wohlstand duftete durch die Nacht und durch die Fenster französischer Restaurants mit Gläsern, die klirrten hinter den Scheiben, amüsierten sich die Menschen im wohlverdienten Feierabend-Amüsement. Vielleicht war es einfach Glück, dass am nächsten Sonntag die Sonne schien und das Grün der Bäume auf den Alleen, mich einfach weiter trieb, zu den Gärten am Warmen Damm und Staatstheater.

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Wenn das Auge weit blicken kann im besten Fall auf Dinge, die es vorher nicht kannte, sich Vorstellungen aus Kinderträumen und zur Seite gelegten Illusion- als unmachbar gestempelt- sich plötzlich am Eingang des Parks mit Blick in den Himmel treffen, dann ist es ein Glücksmoment. Die Drehtür zum Casino, so mondän die Halle, erst ehrfürchtig die Schritte auf dem Marmorboden, dem Schachbrett nachempfunden, mehr und mehr, wird der Gang der einer Dame, wann?  wenn nicht heute, soll mir das Glück hold sein, das Geräusch der Absätze nie anmutiger.

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Geldautomaten eingearbeitet in die Wände unter dunklen Holztäfelungen. Kurz schließe ich die Augen, Diademe auf wobenden Busen, der Jugend längst entschwunden, schwerer Duft, der Aristokratie, gehetzte Blicke der Träumer für eine Nacht, wer weiß woher sie den Coupon, glühend zwischen Fingern und Hosentasche ergattert haben. Es könnte sein heute Nacht, es muss sein, es wird…

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Mit einem Seufzer laufe ich aus dem Casino hinaus in den Kurpark. Es ist früh, das Cafè kaum besetzt. Ein Saxophonist spielt „Killing me softly“, das Grün kann nicht grüner sein, weiße Wolken auf den Himmel geklebt, ich summe mit, ein Hund rennt über die Wiese, Paare laufen um den künstlichen Teich und ich denke: „Mein Gott, ist das Leben schön…“

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