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MOMENTS IN VIENNA: VON DER STEHENGEBLIEBENEN ZEIT

MOMENTS IN VIENNA: VON DER STEHENGEBLIEBENEN ZEIT

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In letzter Zeit habe ich öfters an Wien gedacht und eine kleine Sehnsucht gespürt nach der Stadt, gerühmt für ihre Gemütlichkeit, wiegend an der Donau und den Weinbergen hinter den Stromleitungen am Himmel. Glanz der Vergangenheit, Habsburger Monarchie,

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Belvedere Garten, Wien

mir dem Schiff weiter nach Bratislava, Egon Schiele und die Verdammnis der spanischen Grippe im Zenit, Gustav Klimt und ungezählte Reproduktionen eines Kusses, Akkuratesse, Kaffeehäuser und Melange,

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Café Schwarzenberg

Straßenbahn mit Holztreppen und roter Farbe, zuckelnd über den Ring, Damen in schweren Mänteln, gelegten silbernen Haaren und Einkaufstrolleys, Verzücktheit der Perlen am Ohr,  „Grüß Gott“ in der Bäckerei, „Ja was nehmen wir denn?“, wenige Menschen auf den Straßen, keine Hast. Der Burggarten auf einem Spaziergang vorbei am Schmetterlingshaus, Himmel in den Fensterdächern erzählend von fernen Ländern und der Zeit die es braucht, sich unerkannt aus dem Schatten der Larve in getupfte Flügelschläge zu wandeln.

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Die Treppen des Albertina Museums hinunter, Edvard Munch „Liebe, Tod und Einsamkeit“ sind zu sehen weiter zum Stephansdom. Fotografieren ist nicht erlaubt, Zutritt zum Altar nur, wer es ernst meint mit der Andacht ohne Handy, Stille, Atem im Gehör, Orgelklänge durch die Kuppel und plötzlich die Frage: Wo kommen wir her, wo treibt es uns hin? Muss sich Geschichte wiederholen?

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Hofgarten, Hofburg, Wien

Große Schilder mit Buchstaben auf Pastell wie Pappmaschee an den Geschäften, am Nachmittag ins Cafe Prückler am Stubenring, in Sesseln versinken, Mädchen in Ballkleidern läuten den Abend mit einem Gläschen ein. Silbertabletts, Zeitungen aus aller Welt, was kostet die Zeit, ich kann heut bezahlen…. 

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Café Prückel, Wien

Dame allein am Nebentisch ohne sich allein zu fühlen bei einer „Mageren Meisel“ und Gugelhupf mit Schaum zum Dessert. Die weißen Gardinen verdecken halb die Sicht auf die Welt da draußen, kein Grund zu gehen, reservierte Tischen mit Namen drauf, Ober im Frack „Bitttschön“.

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Auf dem Weg nach Hause, wartet der Straßenbahnfahrer bevor es weiter geht, die Gondeln des Riesenrades im Prater ziehen langsam ihren Kreis, es sitzt keiner drin, egal, es dreht sich einfach.

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