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Jeder Stadt das Theater ihrer Träume

Jeder Stadt das Theater ihrer Träume

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manchmal wird man aus dem Traum gerissen/ unverhofft/ manche Träume wiederholen sich/ Nacht für Nacht/ willkommen oder fern der Realität, gleich einem Kind dem Rauschen des Schiffes im Meere lauscht/nicht erwachen will/ manchmal ist ein Traum da/ ohne Träumer an der Zahl/ zerplatzt ohne Farbe und Geruch/ manchmal bleibt er in Erinnerung/ gleich einer vergangenen Zeit/ unwiderruflich vorbei/ weitergeben, über Erzählungen nur/ manchmal, wenn Träumer es denn wollen zum Mythos wird/ heraufbeschworen/ verklärt in Sinnhaftigkeit/ die aus Menschenherzen kam/ sich aus der Vergangenheit nährt und ab und wieder zum Leben erweckt wird…

 

Anmerkung zum Ende der Castorf  Zeit an der Volksbühne:

Roland Barthes schreibt in „Mythen des Alltags“, dass es keine proletarische Kultur und Kunst geben kann, weil alles, was nicht bürgerlich ist, bei der Bourgeoisie borgen muss. Er gesteht zwar zu, dass es Revolten und kleine Skandale gegen die bürgerliche Ideologie gibt, und diese identisch sind „was im allgemeinen Avantgarde genannt wird.“ Diese Revolten aber sind nach Barthes von der Gesellschaft her begrenzt und können ihr wieder einverleibt werden.

So bemerkt Barthes zu den sogenannten „Revolten“, die gleichzusetzen sind mit der Avantgarde, dass sie von einem kleinen Teil der Bourgeoisie direkt ausgehen, „von einer kleinen Gruppe von Künstlern und Intellektuellen, die kein anderes Publikum haben als die in Frage gestellte Klasse selbst und die dieser durch das Geld verpflichtet bleiben, dessen sie bedürfen, um sich ausdrücken zu können.“ Zusammenfassend bezeichnet Barthes den Punkt der „Revolten“ als ein direktes Merkmal des bürgerlichen Mythos. Er nennt es: „Das Serum“, das heißt, die bürgerliche Gesellschaft schließt Kompromisse mit „lokalisierten Subversionen“ wie zum Beispiel der Avantgarde. Barthes geht sogar soweit, die bürgerliche dramatische Kunst auf eine reine Quantifizierung der Effekte gegründet zu beschreiben. 

1 Comments on “Jeder Stadt das Theater ihrer Träume

  • „Seit jeher nur Traum die Tage und Nächte aus Träumen anderer Nächte besserer Tage.“
    S. Beckett

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